Ein Château aus dem 17. Jahrhundert in der Provence bildet den Ausgangspunkt für dieses umfassende Innenarchitektur- und Ausbauprojekt. Wunsch der Bauherren war es, die historische Substanz und den Charakter des Gebäudes zu erhalten und zugleich ein Feriendomizil zu schaffen, das Eleganz, Komfort und zeitgemäße Funktionalität mit dem Lebensgefühl der Provence vereint.
Auf Grundlage der neuen Grundrissplanung durch [XXX] hat EHAM die Innenarchitektur und den Ausbau sämtlicher Räume des Haupthauses geplant und realisiert, bis hin zur losen Möblierung.
Im Mittelpunkt des Entwurfs steht die Verbindung von historischer Architektur und zeitgemäßem Wohnkomfort. Klassische Proportionen, traditionelle Handwerkstechniken und charaktervolle Materialien bilden die gestalterische Grundlage. Als Referenzen dienten historische Vorbilder aus der Region, traditionelle Baumaterialien und die Architektur alter Kirchen.
Zum Ensemble gehören neben dem lang gestreckten, dreigeschossigen Hauptgebäude ein Wirtschaftsgebäude mit Hausmeisterwohnung, Weinkeller, Garage, Spa- und Fitnessbereich, eine Orangerie und eine Außenpoolanlage.
Das Zentrum des Erdgeschosses bildet die großzügige Küche, ergänzt durch eine verwinkelte Nebenküche und weitere Vorbereitungsräume. Im angrenzenden Esszimmer lädt eine große Tafel zum gemeinsamen Essen ein. Zu den eindrucksvollsten Räumen zählt das weitläufige Wohnzimmer mit historischem Kreuzgratgewölbe und großem Kamin. Ein Bibliothekszimmer mit sternförmigem Tafelparkett und eine kleine Kapelle im Treppenhaus greifen die ursprüngliche Architektur auf.
In den oberen Geschossen liegen der Masterbereich mit Ankleide, Aufenthalts- und Arbeitsbereiche sowie sechs großzügige Gästezimmer mit jeweils eigenem Bad und eigener Ankleide.
Wo Bausubstanz und Statik Veränderungen begrenzten, etwa in der ehemaligen Kapelle, wurden historische Raumstrukturen bewusst erhalten und in das Konzept integriert. So überformt die Gestaltung den Bestand nicht, sondern macht seine Eigenheiten zum Ausgangspunkt für neue Lösungen.
Das Materialkonzept verbindet traditionelle Werkstoffe und überlieferte Verarbeitungstechniken mit einer präzisen, zeitgemäßen Gestaltung. Oberflächen und Details fügen sich selbstverständlich in die historische Architektur ein und erfüllen zugleich einen hohen Anspruch an Komfort und Funktionalität.
Im Erdgeschoss bilden spezielle Kalksteinplatten eine ruhige, steinerne Grundlage. In den oberen Geschossen liegt Eichenparkett mit einer von EHAM eigens entwickelten Oberfläche: gelaugt, getrommelt und geseift. Sie lässt das Holz gealtert erscheinen und knüpft an die Patina historischer Böden an. Die Seife als eine der ersten Oberflächenbehandlungen für Holz unterstreicht den historischen Bezug zusätzlich.
Füllungstüren und matte, teils bewusst raue Strichlackoberflächen greifen die Geschichte des Gebäudes auf. Französischer Nussbaum und klassische handwerkliche Verarbeitung prägen die Möblierung. In der Küche treffen geschmiedeter Stahl, Nussbaum und Kalkstein aufeinander: Der handgefertigte Küchenblock erinnert an eine historische Schlossküche und ist zugleich ein funktionales, zeitgemäßes Element.
Maßanfertigungen ziehen sich durch alle Räume, etwa handgearbeitete, facettierte Spiegel aus einer italienischen Spezialmanufaktur. Polsterarbeiten, kapitonierte Oberflächen und handgefertigte Kordeln ergänzen das Materialkonzept um eine textile Ebene. Jedes Gästezimmer erhält ein eigenes Farbkonzept, abgestimmt auf seine künftigen Bewohner. In den Bädern ist Calacatta-Viola-Marmor mit seinen bordeauxroten Adern stilprägend.
Das Anwesen ist als Feriendomizil konzipiert, das Rückzug und gemeinschaftliches Leben gleichermaßen ermöglicht. EHAM hat das Raumkonzept des Hauptgebäudes einschließlich der Türen gestaltet, Materialien, Einbauten und dekorative Ausstattung aufeinander abgestimmt und den gesamten Innenausbau orchestriert. Historische Gegebenheiten und moderne Anforderungen waren dabei gleichwertige Bestandteile der Planung.
Innenarchitektur & Innenausbau: EHAM GmbH
Architektur: Lafourcade
Weitere Partner: [ergänzen]
Fotografie: Sofie Latour