Ein Ende mit Zukunft. Unsere Gesellen und ihre Werke.

Thumpnail

Wieder geht ein Ausbildungsjahr zu Ende und wir verabschieden voller Stolz vier unserer Gesellen mit großartigen Abschlusswerken und erfolgreich bestandenen Prüfungen. Knapp neun Monate haben die vier zusammen mit ihren Ausbildern neben ihrer täglichen Arbeit an ihren Entwürfen gearbeitet. Wir freuen uns diese nun präsentieren zu dürfen, die auch als Symbol für die handwerkliche Qualität von EHAM stehen sollen, die wir unseren Schützlingen vermitteln wollen.

Wir gratulieren Alina Heinzl, Tristan Hruschka, Katharina Maier und Florian Kafl zu ihrer bestandenen Gesellenprüfung und dem Abschluss einer besonderen Zeit. Die Arbeiten sind auch das Ergebnis eines gut eingespielten Teams, das mit Freude und besonderer Liebe zum Detail, seine Ideen umgesetzt hat. Ihre Arbeiten zeigen, dass auch junge Menschen von der Präzision des Handwerks begeistert sein können.

September, 2026

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Teeküche „IKIGAI“ von Alina Heinzl

Alina trinkt gerne Tee. Das war ein erster Anstoß für die Idee ihres Gesellenstücks IKIGAI, einer Teeküche aus amerikanischem Nussbaum. Für ihre neue Wohnung wollte sie ein Möbel bauen, das bleibt und sie im Alltag begleitet. So entstand ein Massivholzmöbel mit Schweizerkante, also einer verjüngten oder dünneren Optik, das auf pulverbeschichtete grüne Stahlfüße gesetzt wurde. Besondere Verarbeitungsdetails verstecken sich in diesem Stück: der Goldene Schnitt, der die Formgebung beeinflusst, sowie der Magnetverschluss der obersten Schublade. Ein ebenfalls aus Nussbaum gefertigter Stift mit innenliegendem Magnet öffnet die Schublade an einer bestimmten Stelle. Magnete kommen auch beim ausgeklinkten Fachboden in der Rückwand als Verschluss zum Einsatz, um eine Kabelbuchse zu verstecken. Die Griffe sind aus mit Rhabarbersaft gefärbtem Leder gefertigt, ebenso die Einlegeböden. Die Oberfläche des amerikanischen Nussbaums wurde mit einem speziell pigmentierten Öl behandelt, das dem Holz eine ebenmäßige Färbung verleiht.

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Eichenschreibtisch von Tristan Hruschka

Versteckte Funktionen und ein langlebiges Möbelstück. Das ist der Anspruch an Tristans höhenverstellbaren Schreibtisch, den er für den eigenen täglichen Gebrauch gebaut hat. Das Gesellenstück verbindet eine großzügige, massive Form mit durchdachten funktionalen Details. Gefertigt ist es aus Eiche mit ausgeprägtem Fladerbild, Spiegeln, Ästen und lebendiger Holzstruktur, die sich einheitlich über die eingelassenen Klappen zieht. Durch die zweimalige Behandlung mit pigmentiertem Öl erhält das Möbel eine besonders natürliche und charaktervolle Oberfläche. Diese besteht aus 2 mm starkem Stäbchenplatten- beziehungsweise Sägefurnier. Diese Materialwahl erhöht die Widerstandsfähigkeit bei täglicher Nutzung. Die beidseitigen Klappen schaffen zusätzlichen Stauraum und werden über präzise 3D-Bänder sowie außenliegende 90-N-Gasdruckfedern komfortabel offengehalten. Ein oben auf Gehrung einschlagender Schubkasten fügt sich harmonisch in den Korpus ein und wird durch ein eingelassenes Magnetschloss sicher geschlossen. Schubladenstopper und eine zusätzliche Ausziehsicherung sorgen für eine sichere Handhabung.

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Musikschrank „Zwei Stimmen ein Zuhause“ von Katharina Maier

„Zwei Stimmen, ein Zuhause“ verbindet für Katharina ihre Blasinstrumente zu einer gestalterischen Einheit, die bleiben soll. Der Musikschrank aus eichenfurnierten Holzwerkstoffplatten, behandelt mit Hartwachsöl, ist nach dem Prinzip des Goldenen Schnitts in drei Bereiche gegliedert. Zwei Instrumente finden im oberen Fach auf einem ausziehbaren Tablar Platz und werden durch integrierte, magnetisch befestigte Strahler inszeniert. Darunter bieten zwei handgezinkte Schubkästen zusätzlichen Stauraum für Ordner oder Noten. Besondere Details zeigen sich in den präzisen Gehrungsverbindungen des Korpus und der Rahmentüren sowie in den eingesetzten Schlitz- und Zapfenverbindungen. Die Türen sind mit grauem Parsolglas versehen. Ein eigens gefertigtes Gestell aus schwarzem Vierkantrohr greift die klare Formensprache des Schranks auf und bildet einen harmonischen Abschluss.

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Teemöbel „Hikariko“ von Florian Kafl

Das japanisch inspirierte Möbel „Hikariko“ [jap. „kleines Licht“]  von Florian ist ein handwerkliches Beispiel was entsteht, wenn sich Handwerker tief in die Materie einarbeiten. Dieses filigrane Solitärmöbel, mit einer reduziert modernen Formensprache, enthält klassische japanische Handwerkskunst. Zentrales Gestaltungselement ist das handgefertigte Kumiko im Asanoha-Muster, das mit transluzentem Shoji-Papier hinterlegt ist und ein besonderes Spiel aus Licht und Schatten erzeugt. Die symmetrisch zur Front gestaltete Rückwand unterstützt die Transparenz und Leichtigkeit des Möbels. Eingenutete Fremdfedern sorgen für die statisch wirksame Befestigung und notwendige Aussteifung gegen Scherkräfte. Die als Klappe ausgeführte Tür ist über modifizierte Messing-Zapfenbänder direkt am Gestell angeschlagen. Gefertigt aus hellem Ahorn, wird der Korpus aus 12mm wasserfestem MDF, dass beidseitig mit 0,9mm Ahorn Messerfurnier belegt und mit massiven Anleimern präzise auf Gehrung gearbeitet ist. Im Inneren befindet sich ein handgezinkter Schubkasten mit hängender Führung, dessen Konstruktion die Leichtigkeit des Möbels auch im Detail fortführt. Das filigrane Gestell aus massivem Ahorn steht auf schlanken, konisch zulaufenden Beinen und verbindet traditionelle Holzverbindungen mit dezenten Messingdetails. So entsteht ein zurückhaltendes Möbelstück, bei dem Konstruktion, Material und handwerkliche Präzision selbst zum Gestaltungselement werden.